Samstag, 29. August 2015

Kurse

Es ist so weit. Auf Anregung von Angelika Burger (Wien2002) biete ich Kurse für diejenigen an, die in die Welt des Dessousnähens hineinschnuppern wollen.

In einem Einstiegskurs lernen Sie verschiedene Materialien kennen und üben auf Ihrer eigenen Nähmaschine anhand eines Höschens grundlegende Nähtechniken. Sie können sich im Anschluss an den Kurs außerdem von mir in Vorbereitung auf den BH-Anfängerkurs vermessen lassen und mit einer Schnittempfehlung nach Hause gehen.

Im BH-Kurs stimmen Sie als Anfängerin zunächst Ihren BH-Schnitt auf Ihren Bügel ab, fertigen ein Probemodell Ihres BH an, fügen allfällige Korrekturen in den Schnitt ein und lernen die Techniken für Ihren ersten richtigen BH. Wenn Sie diesen unter meiner Anleitung fertignähen oder weitere Techniken lernen möchten, können wir weitere Termine vereinbaren.

Kosten (inkl. Material für Probeteile):
Einstiegskurs 60,- Euro (3 Stunden)
BH-Kurse 180,- Euro (9 Stunden)
Einzelstunden individuelles Angebot (20 bis 35 Euro, abhängig von der Betreuungsintensität)

Mitzubringen: 
die eigene Nähmaschine, bestückt mit Jersey- oder Stretchnadeln Stärke 70
den gewünschten Schnitt
Dessousmaterialien (Slip allein: 0,5m bi-elastischer Stoff, 2,5m Gummi zum Einfassen, ein Rest BW- oder Vi-Jersey für den Schritt, elastische Spitze und Schmuck nach Belieben.
BH und Slip: 0,5m bi-elastischer Stoff, 0,2m Powernet, 5m Gummi zum Einfassen, 0,8 m Bügelband, 1 Paar Bügel in der richtigen Größe, 1m Trägergummi, 4 dazu passende Schieber, ein 2- oder 3-reihiger BH-Verschluss, 1 Stück undehnbare Charmeuse oder Organza für das BH-Mittelstück, 1 Rest BW- oder VI-Jersey für den Schritt des Slips, dehnbare Spitze und BH-Schmuck nach Belieben)
Butterbrotpapier, Bleistift, Papierschere, Tixo, Geo-Dreieck
Stoffschere, Rollschneider, Fadenschere, dünne Stecknadeln, Kreide oder Trickmarker, Maßband, Nähgarn

Wo:
in meinem Atelier im Museumsquartier
Museumsplatz 1/E-5.6
1070 Wien

Termine:
Siehe Kasten nebenan

Anmeldung unter doctor@barbaraboll.com

Für die Beschaffung der nötigen Materialien ist Ihnen Angelika Burger gerne behilflich:  www.wien2002.at.



Mittwoch, 12. November 2014

Prothesen-BHs

BHs und Badekleidung zu kaufen, nachdem man eine Brustoperation hinter sich gebracht hat, zählt zu den unangenehmen Dingen des Lebens. Solch ein BH muss das Dekolltee stärker abdecken als der für eine unoperierte Frau, er soll Halt geben und vor allem soll er nicht auf die Narben drücken.
Kein leichtes Unterfangen, das die Industrie in einigen Standardmodellen zu lösen versucht, aber diese haben einige Probleme.
  • Sie sind auf beiden Seiten mit Prothesentaschen versehen, die genauso wie die Cups geschnitten sind. Dadurch hat zwar bei Bedarf eine unoperierte Brust Platz, wenn aber auf der operierten Seite eine Prothese eingeschoben wird, dann schlägt das Futter darunter Falten.
  • Prothese und gesunde Brust sind nie gleich groß und an ganz genau derselben Stelle, was beim Industrie-BH auf einer Seite zu mangelndem Halt führt. 
  • Das Angebot bezüglich Farben und Formen ist sehr eingeschränkt.










Hier hingegen ein Prothesen-BH, wie er sein soll.
Die Tasche befindet sich nur auf der rechten Seite und das Futter liegt unter der Prothese glatt auf der Haut. Das Dekolletee ist so hoch gezogen, dass der Prothesenansatz verdeckt wird, und der BH folgt genau den Kurven von gesunder Brust und Prothese. Dadurch bietet er optimalen Halt auf beiden Seiten.
Nicht zuletzt konnte sich die Kundin das Material aussuchen, was sie einerseits wegen der Farben freute, andrerseits, weil dieser BH - abgesehen vom Viskosefutter - nur aus einer einzigen dünnen Stoffschicht besteht.


Montag, 25. November 2013

Bademode

In Wien beginnt der Winter und ich verräume meine Badeanzüge. Noch schnell ein paar Dokumentationsfotos geschossen, bis sie bis zum Frühsommer wieder in den Tiefen meiner Schränke verschwinden.
Ich lebe ja in der Nähe des Nationalparks Donauauen und bin sowohl von der dortigen Wasserqualität als auch von den Dimensionen dieser Gewässer dermaßen verwöhnt, dass ich keine überfüllten Schwimmbäder mit Chlorwasser mehr aushalte.....
Wie es sich gehört, sieht man hier einige Grundschnitte. Der schwarze Badeanzug mit dem weiß-grün-violetten Mittelpaneel ist ein Klassiker mit Prinzessnaht und hohem Rückenausschnitt. Trägt sich wunderbar beim Schwimmen.
Der türkis-blaue Badeanzug mit dem Golddruck hat einen tiefen Rückenausschnitt, über den die Träger diagonal kreuzen. Sie wurden strategisch so angebracht, dass die Oberweite trotzdem optimal gebändigt wird. Ich finde ihn fast zu schön zum Schwimmen......
Schließlich der blaue Badeanzug. Er hat "richtige" BH-Körbchen mit Bügel, die natürlich wunderbar Halt geben. Kundinnen lieben diesen Schnitt auch als Body, weil er etwas mehr stützt und hebt als ein Badeanzug/Body ohne Körbchen.




Montag, 11. November 2013

Mein erster Herr

Es ist so weit: ab sofort kann auch die Männerwelt bei mir Maßdessous anfertigen lassen. Die Schnitttechnik ist im Kasten, ein ausgesuchter Freundeskreis wurde als Versuchskaninchen benäht, die Prototypen liegen vor. Also, meine Herren, es kann losgehen. Und keine Angst: das Maßnahmen gestaltet sich absolut unheikel. Versprochen.

Hier die Kollektion für meinen ersten "fremden" Herrn (leider auf einer etwas zu schmalen Puppe). In rot eine Radlerhose, in violett ein T-Shirt, ein String/Thong mit Eingriff von oben und ein Slip ohne Eingriff. Schwarz-grauer Streif für ein anliegendes Shirt mit Racerback samt Tanga und Retroshort mit Eingriff von rechts. Und schließlich ein echter Boxer aus Baumwollstreif. Die Gattin hätte ja sonst zu wenig zu bügeln.....










Freitag, 19. April 2013

Claire Shaeffer was here

In honour of the great Claire Shaeffer I've decided to write my first posting in English. Please, forgive my poor language skills.....
About a week ago Claire sent me an e-mail announcing she would come to Vienna and would like to meet me. What? ME? CLAIRE SHAEFFER? I nearly fainted! She introduced herself "I am a sewing expert and author; my area of expertise is the haute couture. The designers I know best are Chanel, YSL, and Dior." As if I hadn't known.....
Of course I revised my schedule and so we met at her hotel and TALKED almost immediately about fashion, couture, tailoring, business. After three hours we felt obliged to have a little tour de Vienne. I mean, wouldn't it be a bit embarassing if she'd been with an aborigine and had only seen her hotel's lobby?
So we had a little walk while we still were talking. I made some stupid mistakes telling her that in the old days there were couches in the courtyards (instead of coaches) and I mispronounced angle so that it sounded like ankle. But Claire is not only a wonderful person, she is also great at forgiving.
Today we met Patricia Delzo de Edlmayer at her workshop where I usually see my clients and she showed some of her dresses and jackets. She even provided Claire with some secrets of the trade that hadn't been revealed to her in Paris or London. Yes, Vienna rulez!
Claire told some really interesting stories about her big passion, the Chanel jacket. No, it's not only a quilted Cardigan with bound buttonholes and a chain at the bottom seam. There are a lot of very refined details that makes a Chanel jacket. So I'm looking forward to this autumn when Taunton Press releases her new book which is solely dedicated to her collection of Chanel jackets. I'm sure we will learn a lot from it.
Thank you, Claire. It's been a joy and great honor meeting you.









 








left: Claire and Patricia
 right: Claire and me (in a silly facial expression)

Dienstag, 2. April 2013

Der Mai wird kommen!

Das Wetter weigert sich ja standhaft, sich dem Kalender anzupassen, aber eine weise Braut lässt sich davon nicht entmutigen. Denn der Mai wird schon noch kommen - irgendwann..... :)
Hier mein neuestes Werk. Eine Brautkorsage mit einem ganz entzückenden Spitzenslip. Wie die aufmerksame Leserin bemerkt, habe ich doch wieder zu Schaumstoffcups gegriffen, aber diesmal war die Verarbeitung einfacher. Man lernt ja dazu.



Apropos dazulernen: mein Maschinenpark ist seit heute komplett, sodass ich mich jetzt an BADEMODEN wage. Fotoberichte demnächst.

Samstag, 10. November 2012

Nie mehr Schaumstoffcups!

Als Arnold Schönberg 1911 seine Harmonielehre veröffentlichte, begann er das Vorwort mit dem berühmten Satz: "Dieses Buch habe ich von meinen Schülern gelernt." Dann erzählt er, dass er oft genötigt war, "für jeden Schüler etwas Neues zu erfinden."
Tauschen Sie das Wort "Schüler" gegen "Kundin" aus, und Sie beschreiben meine Arbeitssituation. Keine Kundin gleicht einer anderen und oft sind die Fälle die schwierigsten, die man anfänglich als leicht einschätzt.
Nehmen wir Frau S., deren Anatomie mich an eine Freundin erinnerte. Für sie probierte ich verschiedene Techniken aus, um ihre Oberweite zu vergrößern. Zunächst hoben wir alles an, aber der Unterschied zu einem normalen BH war trotz eingelegter Pushup-Kissen nicht besonders bemerkenswert. Dann schneiderte ich ihr ein aus mehreren Teilen zusammengesetztes Schaumstoffkörbchen, aber die in diesem Material besonders tief liegenden Nähte waren in der Oberkleidung zu sehen. Schließlich nahm ich das am besten sitzende Industrie-Schaumstoffkörbchen und polsterte es innen noch ein wenig aus. Das Ergebnis war diesmal sehr, sehr gut.


ABER es dauerte eine EWIGKEIT, diese BHs zu nähen. Genauer gesagt saß ich exakt fünf Mal so lange an der Nähmaschine, wie für einen BH ohne Schaumstoff, und das Nahtbild entspricht trotzdem nicht meinem üblichen Niveau.

Ich verbuche diese Erfahrung daher als "Lehrgeld" und weiß jetzt, dass ich so ein Projekt nie mehr ohne eine industrielle Spezialmaschine angehen möchte.